Juli 2010
[...]
Der Mittzwanziger sagte dem Buchautor David Kirkpatrick (”The Facebook Effect”), mehr als eine Identität zu besitzen, sei “ein Beispiel für einen Mangel an Integrität”.
[...]
Das mag auf einen Jungmilliardär zutreffen, der keine Kinder hat und keine Zeit für abseitige Hobbys und dessen Privatleben sich vermutlich tatsächlich weitgehend mit seinem Berufsleben deckt. Für die meisten auf diesem Planeten aber gilt, Internet hin oder her: Normale Menschen füllen in unterschiedlichen Situationen unterschiedliche soziale Rollen aus, im Schlafzimmer mit der Gattin benimmt man sich anders als beim Spielen mit den Kindern, im Büro anders als am Stammtisch. Das ist gut, wichtig und richtig so und hat mit einem “Mangel an Integrität” rein gar nichts zu tun, sondern mit einer normalen Persönlichkeitsentfaltung.
(Quelle: Spiegel Online)
Mai 2010
SchülerVZ droht ein neuer Skandal um eine mögliche Sicherheitslücke: Ein Computerexperte hat nach eigenen Angaben 1,6 Millionen Datensätze von minderjährigen Nutzern des Online-Netzwerkes eingesammelt.
(Quelle: Spiegel.de)
März 2010
Die Regelungen zur Vorratsdatenspeicherung sind nicht mit dem Grundgesetz vereinbar. Der Erste Senat des Bundesverfassungsgerichts in Karlsruhe begründete seine Entscheidung damit, dass die Datensammlung des Staates in der jetzigen Form gegen das Fernmeldegeheimnis verstoße. Damit wurde das entsprechende Gesetz außer Kraft gesetzt. Der Gesetzgeber muss ein neues Gesetz verabschieden und die vorhandenen Daten löschen lassen. (Az.: 1 BvR 256/08 u.a.)
(via Sueddeutsche.de)
März 2010
Mitzeichnen - Petition für Aufhebung von ELENA
“Der Deutsche Bundestag möge beschließen, dass die Vorratsspeicherung
gemäß dem 6. Abschnitt des Sozialgesetzbuch IV, §§95 ff. (Verfahren
des elektronischen Entgeltnachweises) aufgehoben wird.” So der Text
einer Petition, die beim Deutschen Bundestag eingereicht worden ist.
Der elektronische Entgeltnachweis (ELENA) verpflichtet seit Januar
alle Arbeitgeber, die Daten ihrer Arbeitnehmer an die Deutsche
Rentenversicherung Bund zu melden. Diese erstellt daraus eine zentrale
Datenbank. Die Berechnung von Sozialleistungen soll dadurch
vereinfacht werden. Der Preis dafür ist eine neue Datensammlung
gigantischen Ausmasses.
Neben persönlichen Angaben wie Name, Anschrift, Geburtstag werden auch
Angaben über den Verdienst, die Ausbildung, die genommenen Urlaubstage
und vieles mehr gespeichert (die “gemeinsamen Grundsätze der
Datenbeschreibung” umfassen 41 Druckseiten). Jeden Monat werden
Arbeitgeber für jeden Beschäftigten einen “Multifunktionalen
Verdienstdatensatz” (MVDS) an die Zentrale Speicherstelle melden.
Etliche der gesammelten Daten sind hochgradig subjektiv, denn die
Arbeitgeber müssen z.B. nicht nur angeben, dass einem Mitarbeiter
gekündigt wurde, sondern auch, wieso. Zur detaillierten Beschreibung
gibt es ein Textfeld: “Schilderung des vertragswidrigen Verhaltens,
das Anlass der Kündigung/Entlassung war” heißt das in den gemeinsamen
Grundsätzen. Auch Angaben über die Teilnahme an Streiks sollen erfasst
werden und ebenso, ob die Streiks rechtmäßig oder “wild” waren oder
der Arbeitnehmer ausgesperrt wurde.
Neu an ELENA ist die umfassende Datenerhebung und -speicherung.
Bislang fragten die Ämter diese Daten nur ab, wenn jemand
Sozialleistungen (Arbeitslosengeld, Wohngeld, Prozesskostenbeihilfe
etc.) beantragte. Jetzt werden sie auch von jedem gespeichert, der gar
keine Hilfe vom Staat beantragt.
ELENA wird deswegen bereits als “Vorratsdatenspeicherung 2″ bezeichnet.
Die Petiton kann noch bis zum Dienstag, 2.3.2010 unterzeichnet werden.
Petition: Datenschutz - Aufhebung des elektronischen Entgeltnachweises
(ELENA) vom 20.12.2009 (Ende Mitzeichnungsfrist 2.3.2010):
https://epetitionen.bundestag.de/index.php?action=petition;sa=details;petition=8926
Freundliche Grüße
FoeBuD e.V.
//padeluun
Oktober 2009
500.000 Rechnungen von Libri.de standen mehr oder weniger frei im Netz. Gestern konnten wir testweise innerhalb einer halben Stunde ca. 20.000 davon herunterladen.
[...]
Die Dokumente waren “gewöhnliche” Rechnungen. Auf diesen stand die Kundenadresse, das Kaufdatum, die gekauften Produkte, Preis, Rechnungsnummer, Kundennummer, der Partner vor Ort (über wlche Buchhandlung man sich das Produkt ausliefern lassen möchte) und die Bezahlungsweise (Keine Kontonummer!). Man konnte also nachvollziehen, welche Bestellungen in den letzten 16 Monaten über Libri.de abgewickelt wurden, was die einzelne Kunden konkret erworben haben und wo sie wohnen.
(Quelle: Netzpolitik.org)
Oktober 2009
Der Entwickler Nathan Freitas hat bekannt gegeben, dass die Anonymisierungssoftware Tor nativ unter dem Mobil-Betriebssystem Android läuft. Zu der in der Programmiersprache C geschriebenen Portierung gehören Hilfsmittel, die die Tor-Software installieren, starten und für Android-Nutzer bedienbar machen. [...] Das Programm kann jedoch nicht alle Daten bei der Übertragung anonymisieren, warnen die Tor-Entwickler auf der Projektseite.
(Quelle: heise online)
Oktober 2009
Laut der Zeitschrift “Finanztest”, die von der Stiftung Warentest herausgegeben wird, können Tausende freie Mitarbeiter die Konten von Postbank-Kunden einsehen. Rund 4000 freie Vermittler der Bank könnten Kontostand und sämtliche Kontobewegungen verfolgen.
(Quelle: Spiegel Online)
Oktober 2009
Ein handfester Datenskandal bringt den Finanzdienstleister AWD in Bedrängnis: Dem Hörfunksender NDR Info wurden 27.000 Datensätze des Unternehmens zugespielt - sie enthalten detaillierte Informationen über AWD-Kunden. Ein AWD-Sprecher bestätigte den Vorfall.
(Spiegel Online)
September 2009
Eine Sprecherin des für die FDP-Kampagne zuständigen Liberal-Verlags gab gegenüber iX an, nur die Schober GmbH mit Sitz in Ditzingen bei Stuttgart sei mit dem Versenden der Werbemails beauftragt worden. Schober zählt zu den größten Adresshändlern in Deutschland und steht regelmäßig wegen intransparenter Adressbeschaffung in der Kritik.
(via Sueddeutsche.de)
September 2009
Mitarbeiterüberwachung mit Methode: Der Textildiscounter Kik hat seine Angestellten nach SPIEGEL-Informationen Zehntausende Male überprüfen lassen - um zu erfahren, ob sie verschuldet sind. Selbst Bewerber wurden vor ihrer Einstellung durchleuchtet.
(via Spiegel Online)
Mai 2009
Online-Petition gegen die geplante Zensur im Netz. Hab vorhin selbst unterzeichnet und wollte jetzt ein wenig die Werbetrommel dafür bearbeiten.
Wir fordern, daß der Deutsche Bundestag die Änderung des Telemediengesetzes nach dem Gesetzentwurf des Bundeskabinetts vom 22.4.09 ablehnt. Wir halten das geplante Vorgehen, Internetseiten vom BKA indizieren & von den Providern sperren zu lassen, für undurchsichtig & unkontrollierbar, da die “Sperrlisten” weder einsehbar sind noch genau festgelegt ist, nach welchen Kriterien Webseiten auf die Liste gesetzt werden. Wir sehen darin eine Gefährdung des Grundrechtes auf Informationsfreiheit.
(Text der Pedition)
März 2009
Interessantes Paper über die automatische Erkennung und Zuordnung von Nutzern über unterschiedliche soziale Netze hinweg. Heisst z.b.:
User A in Twitter = User B in Facebook = User C in Flickr
…, obwohl der Name/Adresse/.. des Nutzers nicht bekannt sind. Das Paper behandelt dabei Flickr und Twitter als Szenario.
We present a framework for analyzing privacy and anonymity in social networks and develop a new re-identification algorithm targeting anonymized socialnetwork graphs. To demonstrate its effectiveness on realworld networks, we show that a third of the users who can be verified to have accounts on both Twitter, a popular microblogging service, and Flickr, an online photo-sharing site, can be re-identified in the anonymous Twitter graph with only a 12% error rate.
(Quelle: De-anonymizing Social Networks, PDF)
Siehe auch: Virtuelles Datenschutzbüro
März 2009
Der Anwalt Udo Vetter, der den Inhaber von wikileaks.de im Zusammenhang mit der Hausdurchsuchung vertritt (siehe letzter Beitrag), hat sich zum Thema in seinem Blog geäussert.
Auf der verlinkten Startseite von wikileaks.org findet sich unter anderem ein Link zu einer australischen Sperrliste. Diese Sperrliste ist auf Wikileaks nicht nur zum Download als reiner Text verfügbar (Download-Bereich im oberen Teil). Sondern die Liste ist auf der verlinkten Seite im unteren Bereich nochmals wiedergegeben.
[...]
…bedeutet das Vorgehen der Staatsanwaltschaft ein Alarmsignal für jeden, der einen Link auf wikileaks.org gesetzt hat. Wer nach dort verlinkt, leitet auch weiter und setzt sich, das ist kein Scherz, demselben Verdacht aus wie mein Mandant, der wegen dieser Sache eine Hausdurchsuchung bei Nacht und Nebel über sich ergehen lassen musste.
(Quelle: lawblog.de)
März 2009
Der Betreiber von wikileaks.de hatte eine Hausdurchsuchung vor einigen Tagen und hat jetzt bei Netzpolitik.org dazu Stellung genommen und ein kleines Interview gegeben. Sehr interessant zu lesen wie die Polizei so eine Hausdurchsuchung durchführt und die Rechte dabei beachtet.
Vorgestern gab es eine Hausdurchsuchung in der Wohnung von Theodor ‘morphium’ Reppe. Ihm wird als Besitzer der Domain Wikileaks.de die Verbreitung pornographischer Schriften vorgeworfen.
(Quelle: Netzpolitik.org)
Siehe auch:
März 2009
Google hat eine Schwachstelle in Google Docs beseitigt, durch die andere Anwender unerlaubt Zugriff auf die Dokumente von Nutzern hatten. Nach Angaben des Dienstleisters war nur ein kleiner Prozentsatz der Anwender von dem Problem betroffen. So sei der Zugriff nur für solche Anwender möglich gewesen, für die der Besitzer bereits vorher den Zugriff auf ein anderes Dokument freigegeben habe.
(Quelle: heise security)
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